13 Thesen zum liberalen Kapitalismus in 13 Minuten
von Stephen R.C. Hicks
These 1: Liberaler Kapitalismus erhöht die Freiheit
Zuerst die Definition unserer Begriffe.
Unter Liberalismus verstehen wir ein Netzwerk von Prinzipien, die
institutionalisiert sind. Politikwissenschaftler werden systematisch
darüber sprechen. Darunter ist die Rechtsstaatlichkeit, so dass es
explizit festgelegte Prinzipien gibt, die die Gesellschaft regeln – im
Gegensatz zu willkürlichen Befugnissen, die in einer Person oder einer
beliebigen Anzahl von Personen, die die Regeln nach und nach aufstellen
können, angesiedelt sind. Typischerweise werden die Prinzipien in einer
Verfassung festgeschrieben. Beispielsweise wird es demokratische und
republikanische Institutionen geben, die Befugnisse zuweisen, diese
trennen und manchmal auch miteinander in Spannung setzen. Es wird einen
ausdrücklichen Schutz der Rechte des Einzelnen auf Leben, Freiheit,
Eigentum, das Streben nach Glück und so weiter geben.
Nehmen wir all das und stellen es sozusagen in eine Schachtel und nennen
es „Liberalismus“ oder, allgemeiner ausgedrückt, „Liberaler
Kapitalismus“.
Was ist nun gut an diesen politischen Institutionen?
Das erste Argument ist, dass diese Reihe von Institutionen die Freiheit
des Einzelnen im Vergleich zu jeder anderen Gesellschaft, die gestaltet
werden kann, dramatisch vergrößert: Sozialismus, Faschismus,
Autoritarismus, Tribalismus und so weiter. Unter den liberalen
kapitalistischen Institutionen genießen die Menschen mehr Freiheit als
in jedem anderen System.
Die meisten von uns mögen die Ausübung der Freiheit: Wir machen Dinge
gerne auf unsere eigene Art und Weise, formulieren unseren eigenen
Geschmack, träumen unsere Träume und können sie in die Tat umsetzen.
Aber der liberale Kapitalist wird auch argumentieren, dass Freiheit
nicht nur etwas ist, was wir zufällig mögen – dass es in der
menschlichen Natur ein tiefes Bedürfnis gibt, zu sein, wer wir sind, und
dass wir als freie Individuen leben können.
Eine Gesellschaft, die die Freiheit des Einzelnen schützt und
vergrößert, ist also allein schon aufgrund dieses Kriteriums eine gute
Gesellschaft. Menschen sind keine Sklaven und keine Diener. Vielmehr
sind sie von Natur aus freie Individuen, und ein Zweck der Gesellschaft
ist es, ihre Freiheit zu schützen.
These 2: Menschen arbeiten härter in kapitalistischen Systemen
Nehmen wir als nächstes an, dass wir eine liberale Gesellschaft haben,
in der Eigentumsrechte, Freiheit usw. geschützt werden. Dann werden wir
eine dramatische Zunahme der individuellen Freiheit erleben.
Ökonomen argumentieren, dass sich die Anreize des Einzelnen, hart zu
arbeiten, im Vergleich zu anderen Systemen ändern werden. Wenn ich in
einem System bin, in dem ich in der Lage bin, das zu tun, was ich will,
mein Leben so zu leben, wie ich es will, und ich weiß, dass ich, wenn
ich hart arbeite, die Früchte meiner Arbeit behalten werde – dann werden
Einzelpersonen in dieser Gesellschaft hart arbeiten. Sie werden einen
viel höheren wirtschaftlichen Wert erzeugen. Als Ergebnis dessen wird
diese Gesellschaft wirtschaftlich wohlhabender sein.
Vergleichen Sie den Kapitalismus mit anderen Systemen. In einer
Stammesgesellschaft hängt das Überleben der Menschen davon ab, dass alle
gemeinsam auf dieses Ziel hin arbeiten. Im Feudalsystem arbeiten die
unteren Klassen für die Aristokratie. Im Sozialismus arbeiten diejenigen
am meisten für das Gemeinwohl, die von der Idee des Sozialismus
überzeugt sind
Aber soweit ich in der Lage bin, für mich selbst zu arbeiten und die
Früchte meiner eigenen Arbeit zu behalten, werde ich härter arbeiten,
und so wird die Gesellschaft wirtschaftlich wohlhabender.
These 3: Menschen arbeiten klüger in kapitalistischen Systemen
Als nächstes ein komplementäres Argument: Unter dem Kapitalismus arbeiten die Menschen klüger.
Menschen arbeiten nicht nur härter, sondern auch intelligenter. Der
Kapitalismus nutzt das Wissen, das in einer Gesellschaft vorhanden, aber
auf Millionen von Menschen verteilt ist, besser. Der Kapitalismus
entwickelt Institutionen, die es Individuen ermöglichen, ihr Wissen
besser als in jeder anderen Gesellschaft zu koordinieren.
Schauen wir uns dagegen eine Monarchie an. Angenommen, wir haben einen
König, der versucht, eine ganze Wirtschaft zu organisieren und zu
leiten. Der König arbeitet vielleicht sehr hart, und er ist sehr klug
für einen König. Aber es gibt dennoch eine Grenze dessen, wie viel ein
Mensch wissen kann, und er kann seine Entscheidungen notwendigerweise
nur von oben herab treffen.
Oder wir nehmen das Beispiel der sozialistischen Planwirtschaft.
Angenommen wir hätten 20 oder 30 wohlmeinende, intelligente Menschen.
Auch diese wären in ihrem Wissen begrenzt; ihre Entscheidungen aber
hätten dennoch Einfluss auf die gesamte Qualität der gesellschaftlichen
Verhältnisse.
Der Kapitalismus hingegen ist geprägt von dezentraler
Entscheidungsfindung. Jeder ist frei, seine eigenen Entscheidungen in
seinem Leben zu treffen. Außerdem kennen die Menschen ihre eigenen
Verhältnisse und Bedürfnisse am besten; und sie sind somit in der Lage,
Beziehungen zu anderen Menschen zu knüpfen, die mit ihrem spezifischen
Wissen dazu beitragen, die Vorzüge dieses Systems zur Geltung zu
bringen.
Wenn wir das auf das System von Angebot und Nachfrage und das
Preissystem im Allgemeinen ausdehnen, sind wir im liberalen Kapitalismus
in der Lage, das Wissen von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt
fair und wesentlich effizienter als jedes andere System zu koordinieren.
Kapitalistische Systeme funktionieren also intelligenter, und als
Ergebnis ihrer intelligenteren Arbeit, werden die Menschen wohlhabender
werden.
These 4: Liberalismus erhöht Individualität und Kreativität
Ein weiteres ergänzendes Argument: In einem liberalen kapitalistischen
System sind die Menschen freier, ihr Leben so zu leben, wie sie es
wollen.
Was wir also in dieser Gesellschaft haben werden, ist eine zunehmende
Individualisierung, d. h. eine größere Zahl von Menschen, die ihr
eigenes Ding tun und ihren eigenen Weg gehen. Sie sind frei, ihr Leben
so zu leben, wie sie wollen, die Gedanken zu denken, die sie wollen, zu
experimentieren, wie sie wollen.
Das Argument hier ist, dass die kapitalistischen Gesellschaften dann
viel kreativer sein werden, weil sie Individualität fördern und
kultivieren. Als Ergebnis dieser gesteigerten Kreativität wird es in den
kapitalistischen Gesellschaften wesentlich mehr Innovationen geben als
in anderen Gesellschaftsformen.
Andere Arten von Gesellschaften – in denen Menschen bevorzugt werden,
die ihre Arbeit monoton verrichten oder solche, die Befehlsempfänger
sind, können Kreativität und Innovationen nicht hervorbringen.
In diesem Argument kommt zum Ausdruck, dass der liberale Kapitalismus,
indem er Kreativität und Innovation zulässt, mehr wirtschaftlichen
Wohlstand erzeugt.
Fazit: In liberalen kapitalistischen Systemen arbeiten motivierte
Menschen selbstbestimmt und somit effektiver und kreativer und im
Ergebnis wird vielmehr Reichtum produziert als in anderen Gesellschaften
These 5: Liberaler Kapitalismus erhöht den durchschnittlichen Lebensstandard
Das nächste Argument konzentriert sich nicht so sehr auf die
Produktionsfähigkeit des Kapitalismus oder wie viel Reichtum er schafft –
sondern auf die Verteilung des Reichtums in einer Gesellschaft.
Ein Merkmal des Kapitalismus in der modernen Welt, insbesondere nach der
industriellen Revolution, war die Entwicklung der Massenproduktion von
Gütern, offensichtlich für die Massen. Massenproduktion von Kleidung,
Massenproduktion von Häusern, Autos, Fernsehern, Lebensmitteln usw. Das
sind alles Dinge, die den durchschnittlichen Lebensstandard drastisch
erhöht haben.
Wenn man also den durchschnittlichen Lebensstandard als einen Maßstab
für ein Gemeinwesen annimmt, so wird offensichtlich, dass dieser im
Kapitalismus immer höher ist als in anderen genannten Systemen und somit
der Kapitalismus allen anderen Systemen vorzuziehen ist.
Vergleichen Sie die Gesellschaften mit Monarchien, mit sozialistischen
Gesellschaften, mit faschistischen Gesellschaften, mit
Stammesgesellschaften und so weiter. Alle haben nachweislich einen
deutlich niedrigeren Lebensstandard, und die Mehrheit der Menschen lebt
weniger gut als in kapitalistischen Gesellschaften.
These 6: Die Armen sind besser dran im liberalen Kapitalismus
Als nächstes konzentrieren wir uns nicht auf die Menschen in der Mitte
oder den Durchschnitt oder die Mehrheit der Menschen in einer
Gesellschaft, sondern auf die Ärmsten der Armen und betrachten die
Auswirkungen des Kapitalismus auf sie.
Das Argument hier ist, dass in der kapitalistischen Produktionsweise ein
großer Teil des Überschusses reinvestiert werden kann, dadurch wiederum
mehr gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen werden können und somit der
allgemeine Lebensstandard steigt.
Damit wird auch ein armer Mensch die Freiheit haben, seinen Zustand
durch Eigeninitiative zu verbessern. In einer Gesellschaft die insgesamt
viel mehr Wohlstand hat, gibt es auch für einen armen Menschen viel
mehr Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Kapitalismus verbessert also das
Los der Ärmsten.
Dieses Argument lässt sich historisch untermauern, wenn man die Zahl der
Menschen betrachtet, die unter der Armutsgrenze lebten. Blieb vor der
Entstehung des Kapitalismus die Zahl der Armen relativ konstant, so
verringerte sich diese Zahl mit dessen Entstehung erheblich und zwar
soweit bis die Armut in den fortgeschrittenen kapitalistischen
Gesellschaften ein relativ geringes Problem wurde.
These 7: Liberaler Kapitalismus generiert mehr Philanthropie
Ein anderes, verwandtes Argument konzentriert sich auf den gemeinnützigen Sektor in kapitalistischen Gesellschaften.
In Anbetracht dessen, dass die kapitalistischen Gesellschaften so viel
Reichtum produzieren – ein Großteil dieses Reichtums wird natürlich
direkt für Konsumgüter ausgegeben, und ein Großteil dieses Reichtums
wird als Kapital in neue produktive Unternehmen investiert – sind diese
doch in der Lage auch einen Teil dieses Reichtums gemeinnützigen
Organisationen zu gewähren.
Das Argument lautet dann, dass kapitalistische Ordnungen robustere und
gesündere Zivilgesellschaften hervorbringen als die anderen Systeme. Es
werden Geldspenden an Krankenhäuser gespendet, die gemeinnützig
arbeiten, um Einrichtungen zu entlasten. Und es werden Geldspenden an
Forschungseinrichtungen gespendet, die sich mit der Erforschung neuer
Heilmittel befassen.
Es wird Geld geben, um Menschen, die nicht arbeiten können zu helfen,
für Menschen, die vielleicht arm sind und die keine Arbeit bekommen und
deshalb auf die Wohltätigkeit anderer Menschen angewiesen sind, um zu
überleben. Es wird mehr Wohltätigkeit in wohlhabenden kapitalistischen
Gesellschaften geben, und diese Menschen werden dann besser dran sein.
Das Argument lautet: Wenn Sie eine kranke Person wären, die keine
Ressourcen hätte oder wenn Sie eine behinderte Person wären, die sich
nicht selbst unterstützen könnte, dann würden sie in einer
kapitalistischen Gesellschaft leben wollen, weil diese ihre Chancen
erhöhen würde, die Ressourcen und die Hilfe zu erhalten, die Sie
benötigen, um ihre sehr schwierige Situation zu bewältigen.
These 8: Im liberalen Kapitalismus prosperieren mehr herausragende Individuen
Ein ergänzendes Argument für den Bereich Verteilung.
Anstatt sich auf die durchschnittliche Person oder die arme Person oder
die Person zu konzentrieren, die so schwach und behindert ist, dass sie
sich nicht selbst unterstützen kann, sollten wir die Auswirkungen des
Kapitalismus auf die fähigsten Menschen, die intelligentesten Menschen,
die Menschen, die die kreativen Genies in den Künsten sind, die
Menschen, die die herausragenden Athleten sind, die Menschen, die die
potentiell brillanten Intellektuellen oder Wissenschaftler sind,
betrachten.
Alle diese Leute brauchen enorme Mengen an Ressourcen. Die
Wissenschaften sind sehr kostenintensive Disziplinen. Menschen, die
große Künstler sind, brauchen enorme Freizeit, Bildung und Reisen, um
das tun zu können, was sie tun. Orchester sind zum Beispiel
offensichtlich sehr kostenintensiv – ein ganzes Orchester
zusammenstellen, kostet viel Geld. Oder sogar mit einer Band auf Tournee
zu gehen und so weiter.
Also werden wir von all diesen Leuten – die Leute, die die
herausragendsten Vertreter der Wissenschaften, der Künste, der
Leichtathletik usw. sind -, mehr haben in einer kapitalistischen
Gesellschaft des freien Marktes und sie werden mehr großartige Arbeit
leisten, weil der Kapitalismus in der Lage ist, den Reichtum zu
erzeugen, um diese Menschen zu unterstützen, um ihnen zu ermöglichen,
die großartigen Dinge zu tun, die sie tun.
These 9: Der Individualismus im Liberalismus steigert die Freude und das Glück
Als nächstes wird argumentiert, dass die kapitalistischen Gesellschaften
dadurch, dass sie den Freiheitsgrad der Individuen schützen, einen
großen Teil der Individualität kultivieren und fördern werden – und das
bedeutet, dass wir glücklichere Menschen in der Gesellschaft haben
werden.
Um glücklich zu sein, müssen wir unsere eigenen Dinge tun, auf unsere
eigene Weise. Die meisten von uns ärgern sich darüber oder lehnen es ab,
wenn man uns sagt, was wir tun sollen, wenn wir Dinge tun sollen, die
wir nicht tun wollen und wenn wir Früchte unserer Arbeit nicht genießen
können.
In kapitalistischen Gesellschaften ermutigen wir Menschen jedoch dazu,
ihr eigenes Ding zu tun, ihren eigenen Geschmack zu haben. Wir ordnen
sie nicht Jobs zu – wir lassen sie wählen, in welche Karriere sie gehen
wollen. Außerhalb der Karriere ermutigen wir Menschen, ihren eigenen
musikalischen Geschmack zu haben, sich zu kleiden, wie sie es wünschen,
sich die Filme anzuschauen und die Bücher zu lesen, und so weiter, die
sie wünschen.
So fördern liberale kapitalistische Gesellschaften viel Individualität,
und gerade dadurch, dass wir selbstbestimmte Personen sind und unser
eigenes Leben auf unsere Weise leben, werden wir glückliche und erfüllte
Individuen.
Andere Gesellschaften verringern die Freude und das Glück und sie
erhöhen das Elend, indem sie die Menschen dazu auffordern, auf eine
bestimmte Art und Weise zu leben, indem sie ihnen nicht erlauben, das zu
tun, was sie tun möchten, indem sie ihnen Arbeitsplätze zuweisen, indem
sie die Früchte ihrer Arbeit von ihnen wegnehmen.
These 10: Liberale kapitalistische Gesellschaften sind interessanter
Das nächste Argument ist, dass kapitalistische Gesellschaften
interessantere Gesellschaften sein werden, weil sie diese Individualität
in der Gesellschaft fördern. Das ist fast schon ein ästhetisches
Kriterium.
Aber wenn Sie darüber nachdenken, was das Besuchen von Partys
interessant macht oder was das Reisen in neue Teile der Welt interessant
macht, dann sind wir an Menschen interessiert, die Dinge anders machen,
Menschen, die einzigartig und authentisch auf ihre eigene Art und Weise
sind.
Was wir also in den kapitalistischen Gesellschaften aufgrund der
Liberalität bekommen werden, sind Menschen, die ihre eigene Sache tun.
Sie haben viele exzentrische Menschen, natürlich, aber sie werden gehen
und interessante Dinge in den Künsten, in den Wissenschaften, in der
Philosophie, in der Wirtschaft und in anderen Bereichen des Lebens tun.
Diese liberalen Gesellschaften werden also viel interessantere Dinge zu
bieten haben und es wird ihnen viel mehr Spaß machen, in solch einer
Gesellschaft zu leben – im Gegensatz zu einer Gesellschaft, die mehr
Konformismus fordert oder von Hierarchie oder Gehorsam getrieben ist.
These 11: Im liberalen Kapitalismus nimmt die Toleranz zu
Nehmen wir zum Beispiel religiöse Intoleranz als eine soziale Krankheit, die Menschen seit jeher geplagt hat.
Gerade in den Gesellschaften, die die individuelle Freiheit gefördert
haben – wo Individuen frei sein sollen, ihr Leben so zu leben, wie es
für sie passt, in den Gesellschaften, die die Individualität fördern, in
denen jeder Einzelne für sich selbst entscheiden muss, was er für wahr
hält, was ihm wichtig ist und was er im Hinblick auf religiöse
Angelegenheiten zu tun gedenkt, – genau in diesen Gesellschaften sehen
wir, dass die religiöse Toleranz wächst.
Wenn wir den Grundsatz annehmen, dass ich deine Freiheit respektieren
werde, dass du dein Leben so lebst, wie es für dich passt,
einschließlich deiner religiösen Praktiken und wenn ich mein Recht, mein
religiöses Leben so zu leben, wie ich es sehe, schützen möchte, – dann,
für den Fall dass wir beide diesen Grundsatz akzeptieren und für den
Fall, dass wir liberale kapitalistische Institutionen haben, die diese
Rechte schützen, dann werden wir eine tolerantere Gesellschaft als
Ergebnis haben.
These 12: Sexismus und Rassismus sinken im Kapitalismus
Das sieht man zum Beispiel am Gewinnstreben, was ein herausragendes Merkmal des Kapitalismus ist.
Angenommen, ich bin in einer kapitalistischen Gesellschaft im Geschäft,
und ich will viel Geld verdienen. Das ist das Gewinnstreben. Angenommen,
ich bin auch ein traditioneller Sexist – ich bin es nicht –, aber ich
nehme an, dass es wahr wäre, und ich stelle ein und habe zwei Kandidaten
vor mir. Der eine ist eine junge Frau, die gerade ihr Studium mit einem
A-Abschluss gemacht hat, der andere ist ein junger Mann, der gerade
sein Studium mit C-Durchschnittsnoten abgeschlossen hat.
Wen werde ich einstellen? Nun, der Sexist in mir wird sagen: „Ich will
den Mann einstellen, nicht die Frau“, aber der profitorientierte
Kapitalist in mir wird sagen: „Definitiv, ich werde die Frau anheuern,
weil sie offensichtlich klüger und härter arbeitet, und sie ist
diejenige, die es mir ermöglichen wird, mehr Geld zu verdienen, weil ich
sie eingestellt habe.“
So wird das Gewinnstreben des Kapitalismus die Menschen dazu bringen,
traditionelle sexistische Einstellungen zu ignorieren, und als Folge
werden mehr Männer und Frauen miteinander arbeiten und die
traditionellen sexistischen Einstellungen werden verschwinden.
Dasselbe können wir auch in Bezug auf Rassismus sehen.
Nehmen wir an, ich bin ein Kapitalist und ich bin auch ein
traditioneller Rassist. Angenommen, ich arbeite nicht gerne mit braunen
Menschen; ich bin ein Weißer, der nicht gerne mit ihnen arbeitet.
Aber nehmen Sie an, ich habe einen potentiellen Kunden, der braun ist
und der zu mir kommt und sagt, dass er für 100.000 Dollar Waren von mir
kaufen will.
Nun wird der profitorientierte Kapitalist in mir sagen: „Nun, ich möchte
diese 100.000 Dollar Umsatz haben“, der traditionelle Rassist in mir
könnte sagen: „Ich mag es nicht mit braunen Leuten zu tun zu haben.“
Das Argument ist, dass das Gewinnstreben mir einen Anreiz gibt, den
Rassenunterschied zu übersehen und mit Menschen anderer Rassen friedlich
und gewinnbringend umzugehen. Und sobald die Menschen damit beginnen,
werden traditionelle rassistische Haltungen verschwinden.
These 13: Liberaler Kapitalismus führt zu internationalem Frieden
Und schließlich das Argument, der Kapitalismus führe zu internationalem Frieden.
Wir können uns wieder einmal das Gewinnmotiv als Vorbild nehmen. Was der
Kapitalismus mit sich führt, ist viel Handel, einschließlich Handel
über Grenzen hinweg, Globalisierung und so weiter. Die Globalisierung
ist einer der Haupttrends der kapitalistischen Ära.
Das Argument hier ist demnach, wenn ich mit Menschen in anderen Ländern
zu tun habe, dann sind sie meine Lieferanten und meine Kunden. Also will
ich nicht gegen sie Krieg führen.
Wenn ich mit Menschen Handel treibe, von denen ich Waren im Wert von
einer Millionen Dollar beziehe, dann habe ich kein Interesse daran, dass
sie getötet werden, sowie ich auch kein Interesse daran habe, meine
Außenhandelsbeziehungen durch Kriege zu zerstören, weil mich das der
Möglichkeit beraubt, Gewinn zu erwirtschaften.
Das Funktionieren des Kapitalismus mit seinen internationalen
Handelsbeziehungen beruht ja gerade darauf, dass die Menschen in Frieden
mit einander kooperieren.
Und da sind sie – 13 Argumente für den liberalen Kapitalismus in 13 Minuten – mehr oder weniger.
© Stephen R.C. Hicks, 2014. First posted at StephenHicks.org. Videos at YouTube.
Accompanying graphic of the arguments in an integrated flowchart.
—
Übersetzt ins Deutsche von Christoph Petzold (www.cpetzold.de) – 2017 in
39108 Magdeburg mit Hilfe von www.deepl.com und Ilona Rossa in 39164
Wanzleben-Börde von www.letsgoenglish.de
...
Folge uns:
Telegram: https://t.me/neuesforum
GETTR: https://gettr.com/user/nf_freiheit
Die Wahrheit kommt ans Tageslicht!
Lemian Schachel
E-Mail: lemian.schachel@gmail.com
...